Als engagierte Coach für Frauen möchte ich mir all mögliche Perspektiven anhören, wie mehr Frauen in den Führungsetagen Platz nehmen können. ALLE. So reagierte ich selbstverständlich auf den Tipp einer Freundin, die mir die #newwork #chefkon2020 von der Initiative Chefsache empfohlen hat. 

Also wieder ein Termin zum Unterbringen. Wird es sich lohnen? Immerhin spricht die Bundeskanzlerin Angela Merkel das Vorwort. Also gut – Termin eingetragen und schon bin ich auch schon im Live-Stream auf YouTube dabei. Neben Wäsche waschen, Kleidung wegräumen, dazwischen E-Mails checken und eine neue Blog-Serie für mein Modelabel zu überlegen, habe ich aber doch ein paar wichtige Punkte mitgenommen, die ich gerne mit dir teilen möchte:

3 Insights über New Work – direkt von den einflussreichsten Unternehmen Deutschlands: 

  1. Jetzt auf Schnelligkeit setzen: Für viele hieß es im Lock-down von 0 auf 100 in Sachen Homeoffice, Video Conferencing und virtuellen Kollaborations-Tools. Was davon soll bleiben, was soll wieder zum Alten zurückkehren und was soll ganz anders werden? Die Erfahrung in den Köpfen der Mitarbeiter*innen sind jetzt noch frisch – diese Gelegenheit müssen Unternehmen nutzen, wenn sie diesen Trend nicht (zum zweiten Mal) verschlafen wollen – @Justine Leconte.
  2. New Work als Mittel zum Zweck für mehr Gleichberechtigung – aber nicht auf Vorstandsebene? Es gibt wohl selten eine Diskussion über New Work, die nicht das Thema Gleichberechtigung ebenso behandelt. Gut so. Kann es ja wirklich eine Chance sein, auch Elternteilen, die Kinderbetreuung übernehmen, leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen. Großer Kritikpunkt: nur weil Mütter oder Väter im New Work Modell bequem von Zuhause arbeiten können, löst das noch nicht das allgemeine Ungleichgewicht der mentalen und tatsächlichen zeitlichen Mehrbelastung von Frauen beim Thema Kindererziehung und Haushaltsführung. Eher unflexibel auch die Antwort von @Cornelius Baur (McKinsey) zum Thema Top Job Sharing: das sei auf Vorstandsebene für ihn nicht denkbar – weil dort ja auch viele Auslandsreisen am Plan stehen. Das ist wie ich finde kein K.O. Kriterium und kann mit Blockzeiten ebenso gelöst werden – wenn man/frau das möchte!
  3. Schlüsselfaktor Ergebnisorientierung: Im Zusammenhang mit New Work wird immer wieder von einem Mind Shift und Future Skills gesprochen. Nur mit Vertrauen und auch entsprechender Verantwortungsübernahme durch die Mitarbeiter*innen können neue Arbeitszeitmodelle gelingen. Vor allem mehr Vertrauen muss auch Frauen in Führungspositionen entgegen gebracht werden – denn diverse Teams sind nachweislich erfolgreicher und innovativer (@McKinsey).

Insgesamt wurde von allen Teilnehmenden eine interessante Diskussion geboten. Danke an für die spannenden Insights!

Was mir als kritische Beobachterin aber doch auffällt ist: Wer hat hier zu uns gesprochen, wer spricht über New Work und Gender Equality in Führungsebenen? Unternehmen, die diese Entwicklungen begrüßen und befürworten. Auch wenn sie immer mehr werden, sind sie wohl noch nicht die Mehrheit im deutschsprachigen Raum.

Food for thought & bitte teile deine Gedanken in den Kommentaren:

  • Wie holt man auch all die anderen Unternehmen ab und schafft eine ganzheitliche Bewegung hin zu mehr Mitarbeiterselbstbestimmung und Gender Equality?
  • Was ist deine Meinung: bringt uns die Corona Krise langfristig mehr Gleichstellung zwischen den Geschlechtern privat und beruflich / oder weniger?

Ich freue mich auf Deine Antwort!

Katja Schuh – Karriere Coach für Frauen

katjaschuh.com

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